Halal Media Solution – Susann Uckan

Videobearbeitung, Grafik Design, Copywriting, Halal Business und Digital Marketing

Authentizität im Halal Marketing – wie viel Persönlichkeit ist erlaubt?

Blogbeitragstitel Authentizität im Halal Marketing mit Halalzeichen

„Sei authentisch!“… der vielleicht nutzloseste Business-Rat aller Zeiten.

Denn was heißt das eigentlich? Soll ich posten, dass ich heute schlecht geschlafen habe? Dass mein Kind einen Wutanfall hatte? Dass ich manchmal keine Lust auf mein eigenes Business habe? Oder soll ich die perfekte Version meiner selbst zeigen: professionell, motiviert, immer im Griff?

Neulich fragte mich eine Unternehmerin: „Ich weiß nie, wie viel von mir ich zeigen kann, ohne unprofessionell zu wirken. Wo ist die Grenze?“ Eine berechtigte Frage, denn zwischen „Roboter in Business-Kleidung“ und „Oversharing-Queen“ liegt ein schmaler Grat.

Die Wahrheit: Authentizität bedeutet nicht, alles von sich preiszugeben. Es bedeutet, die Teile von dir zu zeigen, die zu deiner Marke passen und deiner Zielgruppe helfen.

Stell dir vor, du wärst ein Eisberg. Die Spitze, die über Wasser ragt. Das ist das, was deine Kunden sehen sollen. Professionell, kompetent, hilfreich. Aber mit genug Persönlichkeit, um menschlich zu bleiben. Der Rest des Eisbergs? Der gehört dir und deinem privaten Kreis.

Authentizität ist nicht Transparenz. Du musst nicht dein ganzes Leben zur Marketingstrategie machen. Du musst nur ehrlich sein in dem, was du zeigst.

5 Regeln für authentische Professionalität

1. Teile Herausforderungen, die deine Zielgruppe auch hat

Deine Kunden kämpfen mit Zeitmanagement? Erzähl von deinem System, das nicht perfekt ist, aber funktioniert. Sie zweifeln an sich selbst? Teile eine Situation, in der du auch gezweifelt hast und wie du damit umgegangen bist. Aber erzähl nicht von deiner Ehekrise, wenn du Business-Coaching anbietest. Das hilft niemandem und macht dich nicht authentischer, sondern nur unpassend.

2. Zeige deine Werte in Aktion, nicht nur in Worten

Statt zu schreiben „Mir ist Work-Life-Balance wichtig“, zeig mal ein Foto von deinem Feierabend-Spaziergang. Statt „Qualität vor Quantität“ zu predigen, erkläre, warum du einen Auftrag abgelehnt hast. Statt „Familie steht an erster Stelle“ zu posten, erzähl von dem Termin, den du verschoben hast, weil dein Kind krank war. Werte werden durch Handlungen glaubwürdig, nicht durch Sprüche.

3. Sei fehlbar, aber lösungsorientiert

Jeder macht Fehler. Der Unterschied: Manche jammern darüber, andere ziehen Learnings daraus. Erzähl von dem Projekt, das schiefgelaufen ist, aber auch, was du daraus gelernt hast. Teile den Moment, in dem du überfordert warst, aber auch deine Strategie, damit umzugehen. Menschen wollen nicht deine Probleme lösen, sondern von deinen Lösungen lernen.

4. Finde deinen authentischen Ton (und kopiere niemanden)

Du musst nicht lustig sein, wenn du nicht lustig bist. Du musst nicht spirituell klingen, wenn du eher rational tickst. Du musst nicht motivational sein, wenn du eher ruhig und analytisch bist. Dein authentischer Ton ist der, der sich für dich natürlich anfühlt, auch nach dem zehnten Post noch. Wenn du dich verstellen musst, merkst du das. Und deine Zielgruppe auch.

5. Filtere durch deine professionelle Brille

Bevor du etwas teilst, frag dich:

  • Hilft das meiner Zielgruppe?
  • Stärkt das meine Glaubwürdigkeit?
  • Passt das zu meinen Werten?

Wenn die Antwort dreimal „Ja“ ist, post es. Wenn nicht, lass es.

Du musst nicht jeden Gedanken, jedes Erlebnis, jede Meinung mit der Welt teilen. Kuratierung ist nicht Verstellung, es ist Professionalität.

Der größte Irrtum:
Menschen denken, sie müssen wählen zwischen „authentisch“ und „professionell“. Das ist Quatsch. Du kannst beides sein.

Du kannst menschlich sein, ohne unprofessionell zu werden.
Du kannst Persönlichkeit zeigen, ohne deine Privatsphäre aufzugeben.

Authentizität bedeutet auch nicht, dass du immer einer Meinung mit deiner Zielgruppe sein musst. Du darfst widersprechen, andere Ansichten haben, kontroverse Themen ansprechen… solange du es respektvoll und durchdacht machst. Authentizität ohne Ecken und Kanten ist wie Kaffee ohne Koffein: schmeckt zwar ähnlich, wirkt aber nicht.

Das Schöne an echter Authentizität:
Sie zieht die richtigen Menschen an und schreckt die falschen ab. Wenn jemand deine Art nicht mag, ist das okay. Besser, er geht jetzt als später, nachdem er schon bezahlt hat und dann unzufrieden ist.

Und noch etwas:
Authentizität entwickelt sich. Wie du heute authentisch bist, kann sich von dem unterscheiden, wie du in zwei Jahren authentisch bist. Menschen wachsen, Prioritäten ändern sich, Erfahrungen prägen uns. Es ist völlig in Ordnung, wenn sich deine Art zu kommunizieren weiterentwickelt, solange sie ehrlich bleibt.

Die goldene Regel:
Sei die beste Version deiner selbst, nicht eine schlechtere Version von jemand anderem. Und „beste Version“ bedeutet nicht „perfekte Version“, sondern „authentische Version mit Mehrwert“.

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